True Detective

True DetectiveDetectives Rust Cohle und Martin Hart werden zum Tatort eines Mordes gerufen. Irgendwo im Hinterland Louisianas. Eine Frau, drapiert unter einem großen Baum, mit Geweih und anderen seltsamen Gegenständen. Wir schreiben das Jahr 1995 und Ermittlungen finden noch ohne Computer und DNA-Datenbanken statt.
Cohle und Hart haben schon bald die Vermutung, dass das Verbrechen an der Prostituierten unter dem Baum nicht das erste dieser Art war. Sie schauen sich noch einmal den Fall eines vermissten Kindes von vor fünf Jahren an – und entdecken Parallelen.
So gut Cohle und Hart auch ermitteln, so seltsam sind sie drauf. Insbesondere Cohle scheint ein Krimminalitätsnerd zu sein, dessen soziale Kompetenzen sich auf Desinteresse und Respektlosigkeit beschränken. Privat scheinen beide auch ihre Baustellen zu haben.
Die Geschichte des 1995er Mordes wird uns erzählt in Rückblenden, denn Cohle und Hart werden im Heute (2012) von Polizeiagenten zu ihren Ermittlungen damals interviewed.

»True Detective« ist ein ganz schönes Stück. Ich zähle nur mal die Koordinaten auf, ok?

  • Hauptrollen: Woody Harrelson und Matthew McConaughey als Hart und Cohle. Außerdem: Michelle Monaghan als Harts Frau, mit erstaunlich wenig Screentime in Episode eins.
  • Acht Folgen in der ersten Staffel auf HBO. Bei zukünftigen Staffeln werden Darsteller und Story ausgetauscht.
  • Alleinig geschrieben von Nic Pizzolatto, der schon Drehbücher zu »The Killing« beisteuerte; alleinig Regie geführt hat Cary Joji Fukunaga.

Klingt spannend, oder? Wenn euch das reicht, um »True Detective« anzuschauen: Leset nicht weiter. Gehet und schauet!

Die Serie wartet mit einer dunklen, manchmal orange-getönten, alten, körnigen Atmosphäre auf. Das passt wunderbar zum seltsamen Mordfall, zu Louisiana, zu 1995 und zu den eigenwilligen Detektiven. »True Detective« ist ruhig, wie man es von vielen Kabelserien gewohnt ist. Keine Überhastung, kein actionreiches Voranschreiten; kein Druck, die Handlung zugunsten Zuschauerquoten weiterzudrücken. Das Setting samt Farben erinnert manchmal an Western. Die zwei Cowboys, die den ausgefuchsten Bösewicht suchen.

McConaughey und Harrelson sind natürlich, ohne Frage, die Stars der Serie. Literally. Ihnen zuzuschauen macht furchtbar Spaß. Profis.
Aber auch der Rest stimmt bei der Show. Der zentrale Mord ist mysteriös, scheint uns die Geschichtstore für viele vergangene, verworrene und spannende Fälle zu öffnen. Die Andeutungen links und rechts, durch das Stilmittel der Rückblende, machen ebenfalls neugierig auf das, was da zwischen 1995 und 2012 passiert ist. Überhaupt: Der Zeitrahmen, in dem »True Detective« spielt, ist erstaunlich lang gesteckt. Das gefällt mir. Und wenn Cohle und Hart 1995 noch nicht den richtigen Mörder gefunden haben, heißt das, dass sie 2012 zurück zur Polizei kommen und ihn dann endlich stellen?.
Zu guter letzt: Das gesamte Konzept von »True Detective« gefällt mir. Ein starkes Buch, toll gefilmt, komplexe Geschichte, hervorragende Darsteller. Und die Hälfte davon wechselt zur nächsten Staffel.1

Fassen wir also zusammen. »True Detective«: Anschauen!
Könnte euch ein bisschen langsam vorkommen. Aber das ist wie ein guter Rotwein, ihr wisst schon.

→ »True Detective« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 87, Tomatometer: 87%


  1. Und weil ich nicht dauernd Serien mit »The Killing« vergleichen möchte, spare ich mir das hier. Ok, ok. Nagut. »True Detective« ist das, was »The Killing« hätte sein können, wenn der Fall Larsen in Staffel eins abgeschlossen wäre. Plus (etwas) bessere Darsteller. 

CyberChimps